Die Jungen Bechterewler der DVMB

Einladung zur Wochenendveranstaltung 05. - 06. Mai 2012

in Bad Kreuznach für „Junge Bechterewler in Rheinland-Pfalz“

Hiermit lade ich zum diesjährigen Treffen der Jungen Bechterewler in Rheinland-Pfalz ein.
Das Treffen findet in Kooperation mit dem Sana Rheumazentrum in der Rheumaklinik in Bad Kreuznach, Kaiser-Wilhelm-Str. 9 statt.
Das Programm ist als Anlage beigefügt.

Damit auch die Angehörigen die Möglichkeit haben, Informationen zu erhalten und sich austauschen können, sind auch die Partner herzlich eingeladen.
Ganz kostenlos kann das Seminar natürlich nicht angeboten werden.

Die Veranstaltung kostet, inkl. Übernachtung, Frühstück, Mittag- und Abendessen in der Rehaklinik (Prieger Klinik), für DVMB-Mitglieder 20 € und für Nichtmitglieder 50 €, mit der Möglichkeit der Ermäßigung bei Bedürftigkeit (Einzelfallklärung). Der Anmeldebogen ist beigefügt.
Anmeldungen sind aber auch per E-Mail möglich: rendgen@dvmb-rlp.de.
Bei Fragen stehe ich natürlich auch im Vorfeld zur Verfügung.
Da nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung steht, bitte ich um Anmeldung bis zum 20.04.2012.

Freundliche Grüße
Stefanie Rendgen
siehe Landesverband -> Vorstand


Aus MB Jugend NEWS 1991

Morbus Bechterew positiv sehen?

Bechterew!

Ein interessantes Wort. Es hört sich angenehm an, es klingt weich, rund- Bechterew. Und die Kurzform? Bechti: das klingt niedlich, harmlos.

Doch was steckt dahinter? Was verbirgt sich hinter diesem Wort?

Vor allem Schmerzen, doch auch Einschränkung in der Beweglichkeit, eine Veränderung des Körpers, Veränderungen der Lebensgewohnheiten, das Gefühl, minderwertig zu sein und Angst. All dies kann dahinter stehen. Viele von uns Bechtis haben gelernt, mit dem Bechterew positiv umzugehen. Vielfach bleiben uns aber die Schmerzen.

Doch was bedeutet "Bechterew positiv sehen?" Ist das überhaupt möglich?

Nun, hinter Bechterew verbirgt sich noch mehr als nur Schmerzen und Angst. Da ist auch noch Lebensfreude, Engagement, Philosophie und eine bewußte Lebensweise. Bedeutet das schon "positiv sehen"? Ich glaube schon, daß es ein Teil davon ist.

Was will uns eigentlich unsere Krankheit sagen?

Krankheit ist Körpersprache, auch wenn viele Menschen und Ärzte das nicht wahrhaben wollen. Unser Körper, die Einheit aus Seele, Geist und Körper will uns etwas mitteilen und die Krankheit ist meist das letzte Mittel, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Sehen wir uns doch mal die Auswirkungen unserer Krankheit an.

Wir werden unbeweglich und unser Körper beugt sich nach vorne. Normalerweise. Das legt nahe, daß uns bei Ausbruch unserer Krankheit Sorgen und Ängste beugten und wir psychisch so unbeweglich waren, daß wir diese Probleme nicht mehr lösen konnten oder wollten. Nachdem der Bechterew in unser Leben getreten ist, haben viele von uns angefangen, ihr Leben umzugestalten. Wir haben uns neue Grenzen abgesteckt. Einige haben bzw. erweitern ihre Grenzen, weil sie sich selbst eingeengt haben. Andere haben ihre Grenzen zurückgenommen, weil sie sich durch zuviel Raum überfordert haben.

Was das bedeutet? Ich will einige allgemeine Beispiele aufführen.

Da gibt es den Bechti, der stark zurückgezogen lebt. Er traut sich nichts zu; ihm fehlt das Selbstvertrauen, vielleicht hat er sogar Angst, auf andere Menschen zuzugehen. Durch die Krankheit wurde er aktiv, ging mehr aus sich heraus, wurde selbstbewußter und er lernt mehr Menschen kennen. Oder auch nicht. Ein anderer ist ein sehr aktiver Mensch, hat an jeder Ecke Bekannte, kommt auch beruflich sehr gut voran und hetzt von einem Termin zum anderen. Doch er fühlt sich überfordert; aber er kann nicht mehr aufhören. Durch die Krankheit lernt er, kürzer zu treten, alles mit mehr Ruhe und Gelassenheit anzupacken, gegenüber sich selbst und anderen rücksichtsvoller zu sein, sein Freundeskreis wird kleiner aber intensiver. Oder auch nicht. Es gibt auch den Bechti, der zwar aktiv ist, doch in einer anderen Richtung. Er ist ständig auf der Suche nach Glück und Geborgenheit. Er möchte gebraucht werden. Er möchte nicht einsam sein. Doch da er fast immer gescheitert ist, setzt sich das Gefühl von Einsamkeit und Nutzlosigkeit bei ihm durch. Für ihn ist alles sinnlos geworden. Durch die Krankheit lernt er Menschen mit neuen Ansichten und Erkenntnissen kennen. Der Bechterew bringt ihn dazu, sich mehr um sich selbst zu kümmern und nicht das Glück bei anderen und durch andere zu finden. Er lernt, auch die kleinen Freuden des Lebens zu schützen. Oder auch nicht.

Der Bechterew ist wie ein Schlüssel zu einem Tor, hinter dem neue Wege liegen, die wir beschreiten können. Wir müssen sie nur erkennen. Bechterew bedeutet, beweglich zu sein, sowohl physisch als auch psychisch. Und er bedeutet mehr Toleranz und Rücksicht gerade sich selbst gegenüber. Die Krankheit will uns mit ihrem letzten Mittel, das sie hat, auf Fehler aufmerksam machen. Und wir haben die Chance, diese Fehler zu erkennen und zu versuchen, diese zu vermeiden. Wenn wir das schaffen, dann hat die Krankheit ihren Zweck erfüllt und wird sich wahrscheinlich abschwächen oder vielleicht sogar ganz zurückziehen.

Mit Sicherheit habe ich nicht die ganze Bandbreite dieses Themas erfaßt. Doch ich bin sicher, daß ich einige von euch mit diesem Artikel angesprochen habe. Es würde mich sehr freuen, wenn dieses Thema bei einem der nächsten Seminare noch mal zur Sprache kommen würde, denn es gibt hier noch soviel zu diskutieren und zu besprechen.
Achim


Sie können anfragen bzw. Ihr könnt Infos bekommen bei der Ansprechpartnerin in Rheinland-Pfalz:
Stefanie Rendgen
E-Mail: rendgen @ dvmb-rlp.de
(E-Mail ohne Leerzeichen verwenden)

 

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